Sonntag, 22. April 2018

30-Tage-Challenge: Loslassen-Ausmisten-Reduzieren (#22)

Ein Boxsack. Ein kleiner. Genau genommen einer, der nicht mit Stoffresten oder gar Sand gefüllt ist, sondern ein Kinderboxsack. Er gehörte mal meinem Sohn, bis er den Besitz aufgab und das gute Stück herrenlos in meine Obhut stellte. Kinderfitnessgegenstände sollte nicht bei Erwachsenen in Schränken versteckt sein, während sich die armen Kleinen vor ihren Spielekonsolen und Computern langweilen. Ich mag mir gar nicht ausrechnen, wie viele junge Menschen kein ADHS hätten diagnostiziert bekommen, Ritalin verschrieben oder epileptische Anfälle durch das flackernde Farbspiel ihrer Bildschirme in Kauf nehmen müssen, wenn ich diesen Boxsack schon früher freigegeben hätte.

Liest sich ein wenig radikal, sarkastisch - möglicherweise -, ironisch - ganz gewiss -, was ich da geschrieben habe, aber ich sehe das mit Sorge. Seit meiner Kindheit treibe ich täglich Sport. Wir waren mit Rollschuhen und Hockeyschlägern auf der Straße, ich war in Sportvereinen, habe in der Gartenhütte meiner Eltern Liegestütz und Klimmzüge gemacht, hatte mich zum Joggen verabredet. So etwas prägt. Noch heute vergeht kein Tag ohne Sport und Bewegung. Ich schwöre: Körperlich wirke ich keinen Tag älter als 40 Jahre!

Heute sehe ich Kinder, die schwer atmen, wenn sie eine Treppe hoch steigen, die nicht einmal eine  einzige Kniebeuge können, geschweige denn, dass sie auf einem Bein stehen könnten, ohne sich mich zwei Händen festzuhalten. Das macht mich traurig.

Mein Sohn treibt seit Anfang das Jahres Sport mit mir. Das macht mich dahingegen glücklich. Inzwischen kann er sogar Kniebeugen. Wahrscheinlich nur, damit er tief genug runter kommt, um unauffällig unter meinem Bett nach seinem Kinderboxsack zu schauen - er ist ja schließlich kein Kind mehr. Ich hoffe nicht, dass er ihn eines Tages zurückfordert, denn der geht jetzt wieder an ein Kind. Eines, das gerettet werden mag. Wer hat eins?


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Tolles Fotoshooting heute mit Inge Kohrmann. Ihr lebt vegan und in der Wetterau? Meldet euch bei ihr. Wenn zehn, zwanzig zusammenkommen, gibt es vielleicht sogar eine Ausstellung. Ganz im Sinne der Sache 😍
© Inge Kohrmann

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Samstag, 21. April 2018

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Sie sind bereit. Heute dürfen sie das erste Mal im Freien sein. Sie freuen sich. Ich mich auch 😊 Aus Resten gebautes Gewächshaus, upgecycelte Töpfe und alte Tomatensorten... ÖKO-Triumphirat 😂 #gewächshaus #dachterrasse #urbangardening #tomaten #tomato #homegrown #diy #upcycling #reuse #wiederverwendbar #plastic #begreen #eco #öko #nachhaltig

30-Tage-Challenge: Loslassen-Ausmisten-Reduzieren (#21)

Noch etwas vom Dachboden: Seit meinem Umzug steht es ungenutzt herum. Es ist hübsch. Sehr schön. Schon allein dieser - zugegeben ähnlich beinhalteten - Attribute wegen sollte es täglich einer Nutzerin oder eines Nutzers Augen erfreuen: Mein Regal!

Zwar besuchte ich es regelmäßig, wenn ich meine Wäsche zum Trocknen nach oben brachte, aber Regale brauchen eine sinnvolle Beschäftigung. In der alten Wohnung hatte es eine solche. Es war im Küchendienst beschäftigt und trug Tag ein, Tag aus sämtliche Gewürze, die ein normaler Haushalt von jemandem der seinerzeit gut 100 Kochbücher besaß, benötigt: Ajowan, Anis, Annatto, Asant, Bärlauch, Bärwuz, Basilikum, Beifuß, Berbere, Bergkümmel, Bertram, Bockshornklee, Bohnenkraut, Borretsch, Brotklee, Brunnenkresse, Cardamom, Cayennepfeffer, Chili, Cilantro, Cumin, Curkuma, Curryblätter, Currykraut, Corrypulver (indisch und britisch), Dill, Dost, Eberraute, Engelwurz, Epazote, Essigbaum, Estragon, Färberdistel, Fenchel, Fetthenne (vollfett, fettreduziert und light), Galgant, Gewürznelken, Harissa, Huflattich, Ingwer, Kaffernlimette, Kalmus, Kerbel, Knoblauch, Koriander, Kubebenpfeffer, Kümmel, Lavendel, Liebstöckel, Lorbeer, Löffelkraut (Ess-, Tee- und Espressolöffel), Muskat, Majoran, Minze, Nelke, Nelkenpfeffer, Oregano, Paradieskörper, Paprika (edelsüß und Rosen-), Petersilie, Pfeffer, Piment, Pimpinelle, Ras el-Hanout, Rosmarin, Safran, Salbei, Sambal, Schwarzkümmel, Senfkörner, Sternanis, Szechuanpfeffer, Thymian, Vanille, Wasabi, Wacholder, Zimt, Zwiebelpulver, um nur die wichtigsten in alphabetischer Reihenfolge zu nennen. Von den verschiedenen Salz- und Zuckerarten möchte ich gar nicht erst anfangen.

Derzeit verfüge ich jedoch über zwei gegenüberliegende Küchenzeilen und somit ausreichend Platz für Gewürze, zudem eben durch die zwei Küchenzeilen allerdings auch nicht über Platz an der Wand, um das Regel anzubringen, selbst wenn ich das wollte. Das Regel ist also ohne Beschäftigung. Wer Bedarf hat, kann sich gerne melden. Ich würde auch ein paar Gewürze und gut 30 Kochbücher beisteuern.


Freitag, 20. April 2018

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Und ihr so bei diesem herrlichen Wochenendwetter? 😊 #biergarten #genießen #kaffee #frühling #Frankfurt #ffm

30-Tage-Challenge: Loslassen-Ausmisten-Reduzieren (#20)

Passend zu den für heute angekündigten 29 Grad Celsius sondere ich etwas Klimatechnik aus.

Vor einigen Jahren wohnte ich in einer Dachgeschosswohnung, die so gut isoliert war, dass im Sommer aber auch wirklich nicht ein Grad Temperatur entweichen konnte - einer großzügigen Fensterfront sei dank. Es war in Juli und August stets so heiß, dass regelmäßig Klimaforscher bei mir zu Gast waren, um Schulklassen den Treibhauseffekt zu erklären. Die Temperaturen waren teilweise so hoch, dass ich fiebersenkende Mittel mittels einer alten Fernsterreinigerflasche versprühen musste, um nicht zu kollabieren. Als mein Vermieter mir zum Jahresende unterstellte, ich würde täglich baden, obwohl ich doch nur die während der nächtlichen Verdunstung verlustig gewordenen 13-20 Liter morgendlich zuführte, wusste ich, es musste sich etwas ändern. Ich investierte - Achtung: Hier kommt ein deutliches Zeichen, was Hitze mit der Denkfähigkeit anstellen kann - über 500 Euro für ein mobiles Klimagerät. Nach dem Kauf hatte eine wunderbare Zeit begonnen. Nicht einmal musste ich nachts mehr schwitzen, und die drei, vier Erkältungen im Sommer waren mir das wirklich wert. Auch die Weihnachtskarten, die ich seitdem regelmäßig von unserem Stromversorger bekommen hatte, waren eine Freude. Ob sie wohl immer vom ganzen Vorstand persönlich unterzeichnet sind?

Seit meinem Umzug vor eineinhalb Jahren steht das ordentliche Gerät nun auf dem Speicher. Ich war so weise umzuziehen und entging so der Klimatisierungsnotwendigkeit. Wer nach dem Lesen der ersten Zeilen jedoch denkt, der Arnold schreibt hier doch offenbar auch im Fieberwahn, dem oder der sei gesagt, dass sie oder er Recht hat. Ich wohne wieder in einer Dachgeschosswohnung, doch im letzten Sommer waren es als Höchstwert gerade einmal 34 Grad Celsius. Ich lache dir ins Gesicht, Sommersonne. Wenn das alles ist, was du drauf hast, brauche ich kein Klimagerät. Jemand Bedarf? Abgabe nur an Bedürftige aus Dachgeschosswohnungen mit Spitzen von mindestens 50 Grad Celsius!


Donnerstag, 19. April 2018

30-Tage-Challenge: Loslassen-Ausmisten-Reduzieren (#19)

Heute wird nur eine Kleinigkeit aussortiert: Mein Seesack. 

Als ich vielleicht zwölf Jahre alt war und immer wieder GIs der nahe gelegenen Ray-Barracks aus Friedberg in dem Dorf, in dem ich aufgewachsenen war, mit ihren Panzern zum Biwak Halt machten, war es rasch Mode unter uns Kindern geworden, Militaria zu sammeln. Wir gingen Sonntagmorgens zum Bäcker (oder überredeten unsere Väter dazu) und besuchten anschließend die Soldaten, um sie mit Brötchen anstelle der fürchterlichen, plastikverpackten Feldrationen zu versorgen, und wir wussten genau, wie widerlich sie waren, denn sie waren, aus heute unerklärlichen Gründen, das Ziel unserer Brötchendienste. Wir tauschten gegen die Feldrationen. In olivfarbener, fast schwarzer Plastikschale mit ebenso dunklem Deckel befanden sich darin Dinge, die ca. 100 Jahre haltbar waren und nach allem schmeckten, nur nicht nach dem, was in englisch, das wir freilich zu diesem Zeitpunkt ohnehin nicht zu übersetzen vermochten, darauf geschrieben sein mochte. Mancher bekam zusätzlich ein Ärmelabzeichen geschenkt, ein anderer einen goldfarbenen Anstecker mit dem Dienstgrad des glücklichen Brötchenverzehrers, und ich entsinne mich, tatsächlich eine Mütze aus Dankbarkeit übereignet bekommen zu haben, für die mein german rolls kauender amerikanischer Gönner vermutlich eine Verlustmeldung schreiben und vor seinem Sergeant zehn Liegestütz machen musste, welcher derweil selbst ein dörfliches Brötchen aß.

Das war auch die Zeit, in der clevere Geschäftsleute erkannten, dass dort, wo Geld für Brötchen da war, auch Geld für andere Militaria als Feldrationen da sein musste. Nachdem die sich im Kriegsspiel Übenden abgezogen waren, kam stets alsbald ein umgebauter Reisebus und parkte in der Hauptstraße. Vorher wurde er mit Wurfzetteln in jedem Briefkasten angekündigt. Der angekündigten Zeit fieberten wir entgegen, denn nichts anderes führte der Bus an Waren, als ausgediente Militärkleidung der Bundeswehr. Man musste nicht einmal früh aufstehen, um die noch früher aufstehenden GIs nicht zu verpassen. Man konnte bequem waren, bis er Samstagmittags an der Hauptstraße parkte. Bei einem dieser Besuche war mir der Seesack in die Hände gefallen. Tatsächlich erinnere ich mich nur an eine einzige Gelegenheit, zu der ich ihn genutzt hatte. Das war wohl auf einer Reise, als ich vierzehn Jahre alt war. Ich erinnere mich noch gut an diese Reise, denn ich hatte jeden Tag ein anderes meiner zerknitterten Kleidungsstücke an. Wenn man keine bügelfreie Kleidung hat, erschien mir bereits damals ein solches Gepäckstück recht unpraktisch zu sein. Immerhin hatte ich ihn noch einmal genutzt, als ich bei einem Umzug keine Kiste mehr frei hatte.

Manche Dinge werden von Erinnerungen - beispielsweise an eine Kindheit - aufbewahrt. Doch die Erinnerung stecken nicht im Seesack - ich habe nachgeschaut. Die Erlebnisse und Gefühle, auch die Menschen, die mich dabei begleiteten, wie meine Oma, die oft mit mir im Bundeswehrbus stand (und auch bezahlte) oder mein Vater, der mit mir Tauschbrötchen holte (und bezahlte) und mich zum Biwak-Platz fuhr oder unser Mischlingshund, der mich bedauernd anschaute, während ich die Feldrationen aß (für die ich dann mit Magenproblemen bezahlte), sie sind alle in meinem Kopf. Es reicht ein Foto, um all diese Erinnerungen hochzuholen, so wie es auch das nachfolgende Foto war, das mich diesen Text schreiben ließ. Der Seesack war nicht einmal in meiner Nähe, um mich zu erinnern. 
Gute Reise, unpraktisches Gepäckstück.


Mittwoch, 18. April 2018

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Mit so einer Aussicht moderiere ich besonders gerne. Heute darf ich durch eine Veranstaltung der Gesellschaft für Gesundheitsberatung e. V. führen. Mit am Start als künstlerischer Showact: @jan_coenig 😊 #buffet #büffet #vegan #vollwert #vollwertkost #vollwertkostnachbruker #ggb #bio #querbeet #slampoetry #jancönig

30-Tage-Challenge: Loslassen-Ausmisten-Reduzieren (#18)

Oh, das war mal eine wirklich große Leidenschaft - nicht das Kochen nach Rezept, denn da folgte ich schon immer meiner Phantasie -, das Sammeln von Kochbüchern. 

Seit ich kein Fleisch mehr futtere, sind die Inhalte der meisten Kochbücher nicht mehr für meine Ernährung passend. Dennoch habe ich auch nach der Umstellung weiterhin Kochbücher mit Fleisch und Sahne und Butter gesammelt. Ich habe mir gesagt: "Ach, die Rezepte kann ich ja irgendwann mal veganisiert nachkochen.

Im Laufe des letzten Jahres musste ich einsehen, dass das nie passieren wird. Ich bin mit dem, was ich koche, sehr zufrieden und habe nur wenig Lust, neues nachzukochen. Also hatte ich begonnen, meine Kochbücher als Preise für die Gewinner der Poetry Slams, die ich moderiere, zu verwenden. So hat sich die Anzahl bereits gut reduziert. Tragisch waren natürlich die Kochbücher, die ich den veganen Künstlerinnen und Künstlern geschenkt hatte. Warum sollte ich das jedoch alleine durchmachen?

Währenddessen standen sie weiterhin auf meinem Hängeschrank in der Küche. Jedesmal, wenn ich in die Küche kam, dachte ich: "Man müsste mal..." Nun habe ich es getan. Bis auf die drei goldenen von GU ("kann ich ja mal veganisieren") habe ich nur meine für mich geeigneten Kochbücher behalten. Das eine oder andere packe ich in unseren offenen Bücherschrank, und der große Rest - immerhin trotz vieler Veranstaltungen im letzten Jahr noch über 30 - kommt in unseren Umsonstladen, der alsbald sogar wieder ein Ladenlokal haben wird.

Jetzt muss ich nur noch meine Sammelleidenschaft eindämmen. Es kommt kein neues mehr ins Haus ... es sei den es finden sich noch zwei, drei schöne vegane ;-)



Dienstag, 17. April 2018

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Endlich ist mein Lieblingskuchen wieder da: Mandelstich 😊 Sogar in Frankfurt lässt sich ein Stück Wetterau genießen. Er kommt nämlich aus der Biobäckerei Mulinbeck aus Düdelsheim 😉 #kuchen #cake #mandelstich #lecker #genießen #bio #vegan #biobäckerei #düdelsheim #büdingen #wetterau #Frankfurt #frankfurtammain #ffm #eschersheim