Samstag, 31. Dezember 2011

Alle Jahre wieder: Mein schwerer Weg zum Vorsatz

Der Silvestermorgen ist nicht schwer,
zwar eil ich eilends hin und her,
um den Abend zu bereiten,
doch im Grunde ist er leicht,
da die Zeit bis abends reicht.

Gegen Mittag wird es schwerer,
und die Champagnerflöten leer und leerer;
ich will ja schließlich wissen,
wie gut wir abends trinken müssen.
Immer schwerer werden meine Sätze
und hetziger das Gute-Vorsatz-Find-Gehetze.

Am frühen Abend hab ich dann,
was ich noch an Sätzen bilden kann,
in ebensolche fast verfasst,
und manche davon hätte ich fast
in vergang’nen Jahren schon erfüllt,
doch war ich meist schnell ungewillt.

Im Laufe der beschwingten Abendstunden
sind die meisten dann gefunden:
Ab nächstem Jahr will ich nicht rauchen,
mehr Sport (des Reimes wegen: Tauchen)
treiben, und nicht viel trinken,
auch mein Kontostand soll nicht mehr sinken.

Punkt zwölf stoß ich drauf an,
versprech‘ den Sternen, dass ich‘s kann,
und starte vorsätzlich ins neue Jahr,
das schon jetzt -aus künft’ger Sicht- viel besser war,
als das letzte wohl gewesen ist,
wenn man’s am Erfüllungsgrad der Vorsätz‘ misst.

Nach zwölf ist dann wohl was geschehen,
denn aus neujährlicher Sicht gesehen,
fehlen mir gut 13 Stunden,
und bis ich nicht zumindest 12 davon gefunden,
bleib ich besser noch im Bett;
das findet auch mein Kopf ganz nett.

Am Neujahrsabend werd‘ ich wach,
jedes Flüstern ist ein Heidenkrach.
Ich zünde erst mal eine Zigarette,
weil ich nur so das Neujahr rette,
und beim ersten Zuge fällt mir ein:
Zum Tauchen braucht man einen Schein.*

Nächstes Jahr kann ich nur hoffen,
bin ich nicht so vorsätzlich besoffen,
und starte nüchtern in das neue Jahr,
und d’rüber grübelnd wird mir klar,
nur ein Vorsatz bleibt in meiner Hand:
Mein fürchtenswerter Kontostand.






* So kann das denn kein Vorsatz sein
  und kam wohl nur zum Reim hier rein.

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Elefanten tanzen nicht zur Weihnachtszeit

Elefantenherden drängen sich,
Rot und weiß mit Samt bemützt,
dicht an dicht in meiner Mitte.

Sie wollen tanzen,
doch kein Raum für große Schritte:
Sie reiben sich an meiner prallen Hülle!

Drei Tage, voll am Stück,
wogte ich von Mahl zu Mahl.
Für 12 gekocht, zu sechst gegessen!

Elefantenherden in mir drinnen,
Elefantenherden in uns allen,
sie hören auf den Namen Kalorie.

Ob in Afrika,
wo Elefanten tanzen sollen,
nur einer tanzt zu dieser Melodie?



Sonntag, 25. Dezember 2011

Weststadtstory No. 3, Essen (23.12.2011)

Ruby Tuesday und Zerrin Blumenkind
Es war der Tag vor Weihnachten. Es war mild und regnerisch und ich auf dem Weg nach Essen. In die Weststadt. Noch genauer zu JayNightwinds Weststadtstory, die er nun das dritte Mal ausrichtete. Eigentlich wollte ich ja schon bei der Erstausgabe anwesend sein, doch da kam eine Hochzeit dazwischen. Zum Glück nicht meine. Kurz nach Einlass um 18:00 Uhr kam ich an. Jay hatte im Regen auf mich gewartet. Leider ohne Schirm, doch dafür winkte er sehr schön, damit ich auch ja den hell beleuchteten Eingang finden sollte. Bei uns Hessen weiß man ja nie.

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Wilde Worte, Grand Slam, Schlachthof Wiesbaden (21.12.2011)

Blick in Richtung Bühne
Der vorletzte Slam des Jahres für mich, und ein ganz großer nochzudem: Der Grand Slam 2011 im Wiesbadener Schlachthof. Alle Monatsgewinner und – gewinnerinnen des Jahres auf einem Haufen. Einem Haufen, der keinesfalls riecht. Und wenn, dann nur nach wundervollen Wörtern, rezitablen Worten und überhaupt schon gar nicht schlecht: Der Februar-Gewinner Alex Göbel aus Wiesbaden, der März-Sieger Florian Cieslik aus Köln, Mr. April Hanz aus Stuttgart, Felix „Mai“ Bartsch aus Neuhäusel, ich als Vertreter des ersten Herbstmonats des Kalenders, Indiana Jonas aus Landau, der den Oktober für sich entscheiden konnte, und die November-Triumphatin Alissa Starodub aus Mainz.

Samstag, 17. Dezember 2011

Slam Gießen, JOKUS, Gießen (14.12.2011)

Stimmungsvolles JOKUS
Es war ein regnerischer und kalter Mittwochabend; geradezu prädestiniert, ihn innerhalb geschlossener Wände zu verbringen. Die Wände meiner Wahl umgaben das JOKUS in Gießen, denn der wunderbare Lars Ruppel hatte zu einem Poetry Slam eingeladen. Also nicht mich. Ich musste mich selbst einladen, doch ich folgte meiner Einladung nur allzu gerne. Um kurz nach sieben kam ich an und bekam einen der letzten Parkplätze auf dem Gelände. Wenigstens kein Parkhaus, doch nicht minder viele Überraschungen bergend. Die Überraschung dieses Parkplatzes beschränkte sich auf seine bloße Unbelegtheit, denn die Schlange vor dem Jokus war wirklich groß und stand sich die Beine in den Bauch, was für eine Schlange gleichfalls überraschend sein sollte.

Freitag, 16. Dezember 2011

Dialoge IV - Über Perspektiven

„Weihnachten ist wirklich herrlich“, sagte Frank und aß ein weiteres Vanillekipferl. „Magst du auch eins, Michael?“ 
Sein Arbeitskollege Michael schüttelte den Kopf. 
„Sag mal, passt deine Uniformhose eigentlich noch, so wie du in den letzten Wochen zugelegt hast?“
Frank schaute an sich herunter, doch nur aus Reflex, denn er sah seine Hose schon seit Wochen nur noch, wenn sie im Schrank hing. 
„Hmmm!“, antwortete er und umfasste seine Körpermitte mit den Händen. „Seit ich meinen Bauch über der Hose trage, geht es eigentlich.“

Donnerstag, 15. Dezember 2011

wurm drinnen

Ein vor einigen Wochen entstandener Versuch, sich moderner Lyrik zu nähern:


Wurm drinnen

starrsinn nährt den mageren wurm 
während er noch leise lauert 
doch fett geworden 
dringt er ein 
frisst auf was war 
zerdrückt was ist 
verdrängt was wäre 
denn die samba-trommeln im inneren  
kommen aus dem takt 
wenn fade würmer  
durchs rote fleisch mäandern 
und die gerissenen wunden 
der wurmarmada raum schenken 
und alte schwüre 
einst auf heißen wellen getragen 
sich zu ausscheidungen 
leb- und inhaltslos 
mit dem geschmack von ende 
wandeln 



Montag, 12. Dezember 2011

Mittwoch, 30. November 2011

Sekundenslammoderation

Nur kurze Zeit, bis er beginnt:
der erste Slam, die Zeit verrinnt.
Gespannte Blicke hin zur Tür,
Keiner kommt, - kann ich dafür
denn Gründe finden?
Mehr Gäste binden,
Werbung schalten,
Reden halten?

Endlich strömen Sie, - die Massen,
die g'rade so ins Cockpit passen.
Na, ja, - nicht ganz so voll,
doch für's erste Mal schon toll.
Dann ans Mikro, - moderieren,
so gut wie möglich durchlavieren,
die ersten auf die Bühne ordern,
Bewertungen von Gästen fordern.

Dann das Finale, der Applaus,
und wie im Rausch, ist's plötzlich aus.
Drei ganze Stunden wie Sekunden,
die Ohren und Augen verbunden.
Ist der Slam jetzt echt passiert? -
Ich hatte doch erst moderiert!
Und jetzt bin ich am Reste packen,
spür Endorphine in mir sacken.

Müde fahre ich nachhaus',
in den Ohren der Applaus.
Ich glaube, er war gut und laut
und der Slam gut aufgebaut.
Doch morgen muss ich jemand fragen,
- Ich selbst kann's gar nicht sagen,
wie mein erster Poetry Slam denn war.
Ich war nicht zugegen offenbar.

Donnerstag, 24. November 2011

Slam Marburg, KFZ, Marburg (23.11.2011)

Larse und Bo beim Anmoderieren
Endlich wieder auf einer Poetry-Slam-Bühne. Dieses Mal ging es ins KFZ nach Marburg. Das gute alte KFZ. In den 90ern mal einer der besten Konzertveranstaltungsorte Hessens, ach was, Deutschlands, wenn man auf die etwas andere Gitarrenmusik stand. So wurde es mir wörtlich aus berufenem ex-studentischem Munde versichert. Und ja, man konnte tatsächlich den von schweißnassen Haaren der Decke extatisch entgegengeschleuderten, Substanz gewordenen Spaß spüren, den man dort haben konnte und noch immer haben kann wie das aktuelle Programm des KFZ verspricht. Spüren, nicht riechen, möchte ich betonen. Auf einer spirituellen Ebene. Auch der Abend sollte ein Beleg dafür werden.

Montag, 7. November 2011

Die Feder ist mächtiger als das Schwert ...

Die Feder ist mächtiger als das Schwert ... zumindest wenn man sich außer Reichweite befindet!

Ich bin der Meinung, dieser Aphorismus muss einfach ergänzt werden. Was nutzt es einem, das bessere Argument gehabt zu haben, wenn man zwei Pfund englisches Breitschwert in den Rippen hat, mag sich bereits damals der eine oder andere Nachfahre schottischer Freiheitskämpfer gedacht haben, als sich Edward Bulwer-Lytton Mitte des 19. Jahrhunderts diesen Satz erdacht hatte. Am Anfang war das Wort? Nein, in diesem Fall stand und steht das Wort eher am Ende und wird vom Sieger gesprochen, der es recht einfach hat, seine Feder als stärker zu bezeichnen. Schließlich sind die Waffen der Gegner schon vor seinen Füßen. 

Sonntag, 6. November 2011

Dialoge III - Über kindliche Logik

"Weißt du, was meines für eine Besonderheit hätte?", sagte meine 10jährige Tochter zu mir, als wir uns gerade während der Autofahrt über unsere Vorstellungen von Traumautos und deren eines James Bond würdigen Equipment austauschten.
"Nein, was wäre es?", antwortete ich ihr.
"Es würde ein Gas versprühen können, dass alle einschlafen ließe, die nicht reinen Herzens seien."
Ich stockte kurz, ob der ungewohnten Formulierung, frage aber dann: "Und wie soll das Gas erkennen, dass jemand reinen Herzens ist und ein anderer nicht?"
"Das ist doch ganz einfach", sagte sie, und ich freute mich auf einen kleinen philosophischen Diskurs zwischen Tochter und Vater.
"Jeder, der nicht vom Gas eingeschlafen ist, ist reinen Herzens!"
Manchmal braucht es ein Kind, um die Einfachheit der Dinge wiederzuentdecken.

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Anspiel: „Man gönnt sich ja sonst nichts. Von der Lust des Kaufens.“

Das Publikum stellt die Teilnehmer an einer „Butterfahrt“ dar. 

Verkaufsleiter: „Meine lieben Damen, meine guten Herren. Ich freue mich sehr, sie heute so zahlreich begrüßen zu dürfen und so viele bekannte Gesichter zu sehen. Guten Tag. Oh, hallo, schön, auch Sie wiederzusehen. Hallo. Ah, hallo! Sicher fragen Sie sich, welche Produkte ich Ihnen, meine sehr verehrten Damen und Herren, heute mitgebracht habe. Und ich sehe an ihren großen Augen, dass sie es kaum erwarten können. Zu Recht, denn ich habe Ihnen wirklich wunderbare Produkte mitgebracht, die in keinem Haushalt – und besonders nicht in ihrem, schöne Frau – fehlen dürfen. Ah, da ist ja auch meine liebreizende Assistentin, die sie ja mit Sicherheit noch alle in bester Erinnerung haben, mit dem ersten Produkt.“

Samstag, 15. Oktober 2011

Slam FFM #102, Café 1, Frankfurt am Main (14.10.2011)

Kurz bevor auch die erste Reihe voll wurde
Was für eine Location!, war nicht das Erste, was ich dachte, als ich reinkam, denn es war Viertel vor acht, und ich war der Erste, der reinkam, und dachte: Wann kommen denn die anderen Slammer? Sie kamen. Nach mir zwar, dafür aber zahlreicher als ich, nämlich zu dreizehnt. Der Buchmessenslam hatte es in sich. Eine Vorrunde à 4 und zwei Vorrunden à fünf Slammerinnen und Slammer sollten den Einzug ins Finale bestimmen. Ein Vortrag kam sogar gleich zu zweit, denn es war ein Slam-Team, das antrat. Und nachdem ich wusste, es würde eine lange Vorrunde werden, hatte ich ausreichend Zeit, weitere Gedanken zu denken. Was für eine Location!, war daher mein zweiter Gedanke: Eine geräumige zentrale Bühne mit guter Beleuchtung und Beschallung, ein großer Raum mit vielen Tischgruppen und noch mehr Stühlen und eine lange Theke mit flotter Bedienung. Was will man mehr? Natürlich viel Publikum. Und auch das kam. Es versprach ein fantastischer Abend zu werden.

Montag, 10. Oktober 2011

Die ausgebliebene SMS

Sonst schriebst du mir am Morgen immer,
doch seit heute Morgen nimmer?
War das Frühstück denn so schlimm?
Ich sagte dir doch nimm,
das was dein Herz begehrt.
War das denn verkehrt?
Gut, den letzten Kaffee hatte ich,
auch die letzte Butter fiel an mich,
doch das ist eh nicht für die Herzen gut,
damit stockt doch nur das Blut,
und deines stockt gerade deshalb nicht,
so sehe ich's als meine Pflicht,
dich darauf hinzuweisen,
dass auch die gelierten Speisen,
die ich vor dir schnell vom Tisch weg aß,
und selbst den Rest Nutella nicht vergaß,
deinem Herzen nur geschadet hätten,
also lass uns doch jetzt wieder chatten.

Freitag, 7. Oktober 2011

Bei der Berufsberatung

Ungläubig schaute Michael Herrn Meier an.
"Ist das ihr Ernst?", sagte Michael, und Herr Meier nickte mit dem Kopf.
"Ja, ihre Daten sind eindeutig. Sie erfüllen genau das Profil."
"Aber Standesbeamter?"

Samstag, 1. Oktober 2011

„Poetry im Pastis“ 4. Poetry Slam im Pastis Chez NouNou in Friedberg (30.09.2011)

NouNou bei der Vorbereitung
Der lang ersehnte nächste Poetry Slam im Pastis, und der erste Slam, bei dem ich mit einem neuen Text an den Start ging. Vermutlich stand ich deshalb zunächst vor verschlossener Tür. Immerhin kam ich gleichzeitig mit Elisa Scaramuzza, der Organisatorin des Slams an, weshalb NouNou uns auch nicht lange warten ließ.
Nach und nach trafen die nächsten Slammer ein. Unter anderem Flora Fröhlich aus Mainz, die mich AIDA beim Slam in Wiesbaden bat, ganz lieb zu grüßen. Flora hatte er offensichtlich ebenfalls gebeten, mich ganz lieb zu grüßen, weshalb es auch eine echt liebe Begrüßung wurde. Wir verstanden uns auf Anhieb und vertieften uns in einem guten Gespräch in Sachen Fotografie, solange sie auf ihre Pizza wartete. Nach und nach trudelten weitere fünf Slammer ein, so dass wir am Ende sieben Poeten hätten sein sollen, den Slam zu bestreiten. Hätten sein sollen, denn genau das führte später zu etwas Verwirrung, aber dazu komme ich noch. Leider fand sich kein Raum, mit allen Teilnehmern so schöne Gespräche zu führen, aber das wird sich bestimmt bei nächster Gelegenheit nachholen lassen.

Montag, 26. September 2011

In einer schwülen Nacht

Ich gebe zu, ein bisschen voyeuristisch war ich schon immer. Und, wenn wir Männer ehrlich sind, dann trägt doch jeder den Wunsch in sich, mal zwei weiblichen Geschöpfen im Bett zuzuschauen. Mir erfüllte sich dieser Wunsch am Samstag, und ich will euch davon berichten.

Samstag, 24. September 2011

Wer nicht kommt zu rechten Zeit ...

Wer nicht kommt zur rechten Zeit, isst dennoch, bis er dick und breit.

In meiner Jugend ging das Sprichwort noch anders. Aber das war eine andere Zeit. Wir hatten feste Mahlzeiten, drei Stück, am Wochenende gerne auch eine vierte, und wir saßen und aßen gemeinsam bei Tisch. Wir aßen gemeinsam, redeten gemeinsam, genossen die Gemeinschaft. Gemeinsam. Heute, habe ich den Eindruck, isst jeder, wann er gerade Zeit hat, ist gejagt von privaten und beruflichen Terminen, die kaum Raum für gemeinsame Mahlzeiten lassen. Und wenn, dann gehetzt. 
"Oh, ihr esst schon? Müsst nix aufheben. Ich schmeiß mir später schnell ne Pizza in den Ofen!" und "Ne, keine Zeit für's Frühstück. Ich hol mir unterwegs was vom Bäcker. Esse ich dann in der Bahn!" bestimmen den Alltag. Jeder zweite ist inzwischen übergewichtig und jede dritte neu geschlossene Ehe überlebt  die ersten drei Jahre nicht. Besteht da eine Korrelation?

Freitag, 23. September 2011

Kein Schmetterling

Ein Schmetterling warst du,
so zart in meinen Augen
mit weißen Flügeln voller Licht.
Nun schaue ich dir ratlos zu,
wie deine Zähne an mir saugen
und das letzte Bild von dir zerbricht.

Donnerstag, 22. September 2011

"Where the wild words are", Schlachthof, Räucherkammer, Wiesbaden (21.09.2011)

Der Schlachthof Wiesbaden war eine ganz besondere Location für mich. Ich muss zugeben, noch nie dort gewesen zu sein, doch er zieht in seinen Bann. Mit seinen Graffities, seinem punkigen Habitus und der in die Mauern gesogenen Erinnerung an all die Bands, die dort schon waren. Motörhead, Monster Magnet, um nur zwei große Bands mit initialem M zu nennen. Die angeschlossene Kneipe mit Biergarten komplettierte das Bild und verführte zu einem einleitenden Bier und einem Flammkuchen. Draußen draf ich dann auch eine der Organisatorinnen, Vera, die mich um sieben mit rein nahm, die Crew vorstellte und Backstage führte. Drinnen traf ich dann auch gleich AIDA, der kurzfristig zugesagt hatte, um einen ausgefallenen Slammer zu ersetzen. AIDA erwies sich in Wiesbaden als eine Art Lokalmatador. "Der AIDA ist heute auch wieder da", hätte man einen weiblichen Fan reden hören können, wäre man bei ihr gewesen, um sie reden zu hören. Als nächstes traf ich Cathérine de la Roche, was mich sehr freute, kannte ich doch schon den einen oder anderen Text aber vor allem ihre tollen Gitarrenperformances aus ihrem Youtubechannel. Bis um acht hatte sich der Backstagebereich gefüllt, und ich traf noch ein bekanntes Gesicht wieder, Carsten Nagels, der schon auf dem Sommerwerft-Festival mit mir auf der Bühne war.

Mittwoch, 21. September 2011

Geschlossener Kreis

Die Ehe ist ein geschlossener Kreis: Anfangs der Ehe möchte man dem Partner die Klamotten vom Leib reißen, ihn mitten der Ehe am liebsten angezogen sehen und am Ende wieder bis auf letzte Hemd ausziehen.

Leider gibt es Ehen, nach deren Ende ein oder sogar beide Partner versuchen, gegeneinander Krieg zu führen und sich im Klein-Klein verletzten Stolzes, vermeintlich erlittener Ungerechtigkeiten und blinder entmenschlichender Ignoranz verlieren. Zum Glück gibt es auch Ehen, die respektvoll zu Ende gehen. Ehen, deren Partner auch nach der Trennung noch die gleichen bleiben; nur ohne Ring an der Hand. Den Erstgenannten ist dieser Aphorismus gewidmet. Mögen die Letztgenannten darüber schmunzeln ...

Mittwoch, 14. September 2011

Jack Eagle - Teil 2: still back on stage

Kapitel I | Fotsetzung folgt

Der Umschlag ist leer. Abrupt stoppen die Ameisenarmeen, die gerade im Begriff sind, von meinem Magen zu meinen Lenden zu verlegen. Hatte die Lady mich verarscht? Ich versenke mein Gesicht so tief im Umschlag, dass mir vom Echo meines Atems schwindlig wird. Er bleibt dennoch leer. Langsam lehne ich mich zurück und nehme eine so nachdenkliche Pose ein, dass selbst Rodin seine Entwürfe überdacht hätte.
„Leer! Warum bist du leer?“, frage ich mich selbst mehr als den Umschlag.
Ich greife nach einer neuen Laremie, hole mein Zippo aus der Westentasche und

Samstag, 10. September 2011

Die Freude am Einfachen

Erlesener Geschmack zerstört die Freude am Einfachen.

So snobistisch es klingen mag, aber: Ich mahle jetzt seit Monaten meine luftdicht im Tiefkühler gelagerten Kaffeebohnen mit geringem Robusta-Anteil kurz vor dem Kaffeegenuss frisch und bereite sie in einer Stempelkaffeemaschine mit 94° heißem, entkalktem und gefiltertem Wasser nach festem Ritual zu. Gestern waren die Bohnen überraschend aus, ich hatte einen Filterkaffee vor mir und habe ihn nicht mal probieren wollen ...

Dienstag, 6. September 2011

10. ARTE WebSlam

Ich nehme am ARTE WebSlam teil. Es gibt den letzten Startplatz für die deutschsprachige Poetry-Slam-Meisterschaft zu gewinnen. Wenn euch mein Video-Beitrag gefällt, würde es mich freuen, wenn ihr für mich voten würdet. Und natürlich würde es mich auch freuen, wenn ihr den Link teilen würdet, so ihr auf Facebook oder Twitter seid. Danke sehr :D

Hier geht es zum WebSlam 2011:
http://slam.creative.arte.tv/webslam2011
"Auf den Spuren Descartes" von Andreas Arnold

Freitag, 2. September 2011

Eingeholt

Wenn Gelenke schmerzen,
wenn sie laufen sollen,
und Stiche im Herzen
jedes Saufen zollen.

Wenn Gedanken verschwinden,
wenn sie gerade noch waren,
und die Nächte mich schinden
mit großem Gebaren.

Wenn mich Haare verlassen,
wo sie grad erst grauten,
und Augen nicht fassen,
was sie grade noch schauten.

Wenn Ohren nicht hören,
was eben noch laut,
und Dinge mich stören,
die ich täglich geschaut.

Dann weiß ich zu sein,
in des Tunnels Schein,
wo des Alters Schatten
mich erwartet hatten.


Montag, 22. August 2011

Freitag, 19. August 2011

Das seltsame Leben des Magnus Vates
Kapitel V

Langsam erwachte der Morgen. Die ersten Sonnenstrahlen drangen durch das kleine Fenster in die Kellerwohnung ein, die Magnus schon seit nunmehr sieben Jahren bewohnte. Magnus saß noch immer im Schneidersitz auf seinem Bett. Der heller werdende Tag ließ ihn die Augen langsam öffnen. Er blickte sich um. Die Spuren des kurzen und ungleichen Kampfes in der im Sterben begriffenen Nacht waren vollständig beseitigt.

Freitag, 12. August 2011

Stumm vor deinem Grabe

Ich stehe stumm vor deinem Grabe.
Dein Leib wird leis hinabgesenkt.
Was mir bleibt, was ich noch habe,
seit du genommen, kaum geschenkt,

Mittwoch, 10. August 2011

"slamffm", Poetry Slam im Rahmen des Sommerwerft-Festivals, Weseler Werft, Ffm (09.08.2011)


Einen Tag vor dem Slam sah ich erst, dass tatsächlich noch ein Platz frei war. Nach anfänglichem Zögern, ob ich so kurz nach dem ersten Slam mit noch so frischen Eindrücken gleich am nächsten teilnehmen sollte, überzeugte mich meine Freundin teilzunehmen. Dafür musste ich ihre Einladung zu ihrem „Home made and finger licking good“-Abendessen am selben Abend ausschlagen. Das tat mir so leid. Danke für dein Verständnis. Du bist die Beste.

Sonntag, 7. August 2011

„Poetry im Pastis“
3. Poetry Slam im Pastis Chez NouNou in Friedberg (05.08.2011)

Punkt 19:00 Uhr betrat ich das Pastis. Die ersten Slammer waren schon zugegen. Bis die Veranstaltung anfing, saß ich dann auf einer bequemen Couch zusammen mit Julia Balzer, AIDA und Tobi Gralke. Ich war überrascht , nicht nur lokale Poeten anzutreffen.

Samstag, 23. Juli 2011

Für den König (1. Teil + Teil 2 -neu-)

Durchschreit ich dunkler Wälder düstre Pfade,
trag ich am Stahle, der in festen Händen,
fast gleichsam schwer wie ich mit Angst belade

Mittwoch, 8. Juni 2011

Ende der Regenzeit

Wolken ziehen über mir zusammen und
tauchen meine Welt in Dunkelheit.
Geblitz und Donner geben lautstark kund,
es beginnt die Zeit der Traurigkeit.
Gesichter einsam schaun zum Fenster raus,
denn keine Sonne zieht sie außer Haus. 

Montag, 6. Juni 2011

Der Albtraum

Letzte Nacht, als ich gestorben war
an einem Herzen voller Kummer,
sah ich aufgebahrt vor dem Altar
in einem Sarg in ew’gem Schlummer
ein Gesicht mit deinem Antlitz liegen.

Freitag, 3. Juni 2011

Samstag, 28. Mai 2011

Abschied am Morgen

Halb fünf am Morgen
und dein Wecker geht
wie gerne würd ich borgen
nur ein paar Minuten, bis mein Herz aufsteht

Freitag, 29. April 2011

Kräuterwanderung














Nicht sehr firm in Kräuterkunde
Naschte ich vom Wegesrand,
Und zu fortgeschrittner Stunde
Wurde mir ganz blümerant.

Mittwoch, 27. April 2011

Verschlafen zur Arbeit

Mit feuchten Fingern greift der Morgen dich,
als du gehetzt das Haus verlässt.
Warum trifft es immer mich?,
denkst du, vom Schweiß durchnässt,
als du mit schnellem Schritt zum Bahnhof eilst.

Montag, 25. April 2011

Feuer

Wer sich mit einem gebrannten Kind übers Feuer wagt, sollte Asche ertragen können.

Logisch eigentlich, aber manchmal tut man Dinge und wundert sich anschließend über das Ergebnis, obwohl es bei genauerer Betrachtung doch so kommen musste. Gerade in Liebesdingen sehr beliebt.

Sonntag, 24. April 2011

Francesco Fontanello
Kapitel IV

Als der schwarze 2001er-Lincoln – aus unerfindlichen Gründen fahren alle amerikanisch-italienischen Mafiosi einen schwarzen 2001er-Lincoln; was vor dem Jahr 2001 gefahren wurde, ist nicht überliefert – das riesige schmiedeeiserne Tor passierte und die breite gewundene Auffahrt zu Don Calabreses Villa hochfuhr, rieb sich Francesco noch immer seinen Hinterkopf, den der rote Abdruck von drei Fingern von Marcellos rechter Hand zierte. Mehr Platz für eine so riesige Hand barg selbst Francescos erweiterte Stirnfläche nicht.

Samstag, 26. März 2011

Die Welt ist empört - Erneut ein Plagiatsvorwurf

Es ist wirklich erschreckend. Als wäre die Aufdeckung des Guttenberg'schen Plagiats nicht bereits schlimm genug für das Ansehen unseres Landes. Zufällig entdeckte ich heute ein weiteres Plagiat, dass das Land der Dichter und Denker erneut in seinen Grundfesten zu erschüttern vermag. Es trifft uns ebenda. Dort, wo man den Stolz bislang noch ohne Reue hin tragen konnte. Es trifft uns in der Welt der Literatur, ausgerechnet in der Märchenliteratur. Dort, wo Kinderherzen aufblühten und glückliche Eltern gerne lasen. Bis heute, denn ich befürchte, es wird nur das erste Steinchen sein, das dadurch ins Rollen gebracht wurde. Weitere werden folgen und möglicherweise ist die gesamte Grimm'sche Märchensammlung, um die es geht, ein einziges Plagiat.

Freitag, 18. März 2011

Sternenklar

Als ich gestern auf meinem Balkon stand
Und mit meiner Freundin an der Seite
In die wahrheitsschwangere Nacht blickte,

Samstag, 19. Februar 2011

Donnerstag, 17. Februar 2011

Mittwoch, 9. Februar 2011

Tanz

Berühren unsre Hände sich beim Tanze,
und unsre Körper sich zum gleichen Takt,
so wünsch ich diesen Reigen niemals enden.

Donnerstag, 3. Februar 2011

Jack Eagle - Teil 1: back on stage

Mit weit geöffneten Augen liege ich auf der Couch der runtergekommenen Bude, die sich mein Büro nennt. In meinem Körper ein Gefühl als würden Ameisenarmeen meine Magenwände rauf und runter schwadronieren. Sollen sie nur. Doch mein Mund ist so trocken, dass ich die Sahara auslecken könnte, ohne durstiger zu werden. Neben mir eine Flasche Jack. Was sonst? Ich greife ihren Hals und schnippe lässig den Deckel vom Verschluss. Er segelt wie eine Frisbee durch den Raum und landet bei den anderen Deckeln auf dem Boden. Ich setze die Pulle an und lasse das rauchige Destillat meinen Hals hinunterströmen. Die Hälfte läuft an meinen

Sonntag, 23. Januar 2011

Die letzte Fahrt

Leichter Seegang hob und senkte den stolzen Dreimaster.  Sie schloss die Augen und spürte das Rot der Sonne wärmend auf ihren Lidern. Seit sie ein kleines Mädchen war, träumte sie davon, zur See zu fahren. Freilich waren ihre Fantasien zu diesem Zeitpunkt noch von Seeräuberidylle erfüllt, doch ließ auch die mit jedem ihrer Lebensjahre klarer werdende Wirklichkeit eines Dienstes auf See ihren Wunsch nur weiter reifen. Als sie dann in das nötige Alter gekommen war, bewarb sie sich bei der Marine. Gerne erinnerte sie sich zurück, wie sie empfand, als sie die Tests bestanden hatte und den Einberufungsbescheid in den Händen hielt. Sie fühlte sich neu geboren. Neu geboren zur See.

Freitag, 14. Januar 2011

A new Sheriff in town

Halb sieben in der Früh. Frank hatte heute seinen ersten Tag auf der neuen Dienststelle. Endlich auf einem richtigen Revier. Mit seinem geschulterten Seesack, breitbeinig vor dem Eingang stehend,  nickend, mit stolz geschwellter Brust, inspizierte der die Front des Polizeigebäudes. Er kniff die Lippen zusammen und dachte an die trockene Ausbildung auf der Polizeiakademie und die neun Monaten in der Bereitschaftspolizei, die er fast nur Karten spielend in der Reserve verbracht hatte. Er war einfach nur heiß darauf, endlich ein richtiger Polizist zu sein. Frank atmete tief durch und schritt mit leuchtenden Augen in die Sicherheitsschleuse. Er hielt dem Wachhabenden seinen scheckkartenförmigen Dienstausweise vor und sagte: „Morgen! Frank Kraft! Ich bin der Neue.“

Donnerstag, 13. Januar 2011

Abschiedsworte

Lange Zeit, - du mein Begleiter,
wichst du nicht von meiner Seit'.
Wie geht mein Leben jetzt bloß weiter?
Wie verleb' ich meine Zeit?

Sonntag, 9. Januar 2011

Bügeln

Sonntagabend. Viertel vor acht. Schlechte Stimmung. Michael hasst es, seine Freizeit mit Hausarbeit zu verschwenden, und besonders hasst er das Bügeln. Es ist so aufwändig. Erst muss er das Bügelbrett aus dem Keller holen. Das Bügelbrett, das nur deshalb im Keller ist, weil es in der kleinen Wohnung keinen Platz findet. Das Bügelbrett, das sechs Stockwerke unter ihm ist, weil seine Freundin ihn unbedingt zu einer Dachgeschosswohnung überreden musste. Seine Freundin, die das Bügeln noch mehr hasst. Und es deshalb ihm überlässt. Michael hasst das Bügelbrett.

Dienstag, 4. Januar 2011

Der zornige Seestern

Astrid war wirklich sehr zornig. So hatte sie es sich nicht vorgestellt. An ein Leben voller Abenteuer hatte sie geglaubt, wenn es erst einmal so weit wäre. An ein Ende des faulen Rumliegens auf dem Aquarienboden. Nun hing sie hier auch nur rum. Und ihre neuen Spielkameraden waren die langweiligsten der Welt.