Mittwoch, 9. Februar 2011

Tanz

Berühren unsre Hände sich beim Tanze,
und unsre Körper sich zum gleichen Takt,
so wünsch ich diesen Reigen niemals enden.
Doch er endet stets, wie jeder Tag sich endet,
wenn der Mond die Wacht beginnt.
Dann liege ich alleine in der Nacht,
versuche deiner Hände Geist zu finden
und schlafe letztlich einsam ein,
nur um im Traum vereinigt zu erwachen.
Im Traume finden unsre Hände sich,
Schmiegen unsre Körper aneinander,
durchströmt die gleiche Wärme mich
und endet mir den Schmerz des Missens,
bis ich erwachend wieder sehne
nach dem nächsten zarten Tanz.



Kommentare:

  1. Sehr poetisch, sehnsuchtsvoll, erfüllend.

    Auch der Stil überzeugt - besonders schön finde ich die Tanz/Traumsymbolik und die Verwendung schwindender Wörter wie Wacht.

    Toll, dass du es auch als Hörgedicht eingestellt hast - dort besticht insbesondere das letzte Dtrittel, dort scheinst du besonders gut "im Fluss" zu sien.

    Davon hätte ich gerne eine ganze Ballade gelesen/gehört!

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  2. Vielen lieben Dank, werte Citara. Ich denke, ich werde jetzt vieles auch als Hörversion parallel anbieten. Dann kann ich meine Theaterstimme gleich noch etwas mit schulen ;-)
    Es freut mich sehr, dass es dir gefällt. Nach Wochen endlich ein ein Gedicht, das auch mir selbst so zusagte, dass ich es auch veröffentlichen wollte.

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  3. Es kommt viel Sehnen herüber in diesem Gedicht, viel Leidenschaft und viel trauriges Vermissen.

    Die Sprachbilder überzeugen mich nicht gänzlich - oder ich verstehe nicht wirklich: Sehnsuchtsvolle Traumbilder bei Tag und ebensolche wieder in der Nacht? Erwachen im Traum und Erwachen nach dem Traum?

    Aber löse meine Fragen am besten gar nicht auf, ignoriere sie. ;-)

    Von dir gesprochen wirkt das Gedicht noch einmal deutlich stärker auf mich. Ich sehe dich förmlich auf der Bühne. Auszug eines längeren Monologs...



    Ich habe bisher nicht die technischen Möglichkeiten, Texte im Blog aufzusprechen, kein geeignetes Aufnahmegerät usw. Die Idee geisterte mir auch schon im Kopf herum. Sehr schöne Ergänzung zu deinem geschriebenen Wort!

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  4. Gehört habe ich den Text jetzt noch nicht, aber zum Geschriebenen möchte ich sagen, dass da viel emotionale Tiefe drin liegt.
    Ähnlich wie Citara gefällt mir das Wort "Wacht" auch sehr gut, da es nicht so präsent im (/in meinem) aktiven Wortschatz ist.

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  5. €mkh
    Dein erster Absatz sagt bereits alles. Es waren weniger die Bilder, als die gefühlvolle Beschreibung einer Gefühlssituation, die mein Ziel war.
    Es zu sprechen war für mich etwas besonderes; so konnte ich sicher sein, dass es genau so nachgelesen werden kann, wie ich es mir dachte. ich behalte es also bei ;-)
    Übrigens habe ich mit meiner Videokamera aufgenommen und einfach das Bild bei der Bearbeitung schwarz überblendet. Das funktioniert komischerweise besser als die Aufnahme mit Mikrofon. Die ist immer zu leise, gleich was ich anstelle :-(

    @Jay
    Na, dann hör ihn die mal an. Bin gespannt, was du denkst. Hättest du ihn genauso gelesen. Darin bist du ja erfahren ;-)
    Freut mich aber sehr, dass es dir selbst gelesen schon mal gefallen hat.

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  6. Sehr schön geschrieben wie gelesen! Ich fands auch toll, wie wir im Inn abgerockt haben! :-)

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  7. Gefällt mir sehr. Schöne Stimme übrigens.

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  8. @Scheibster
    Vielen, vielen Dank, doch bitte, werter Scheibster, keine Zweideutigkeiten ... bedenke deinen neuen Beziehungsstatus ;-)

    @Meise
    Lieben Dank. Das freut mich doppelt.

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