Mittwoch, 30. Juli 2014

Planet of the Fish (Teil 3)

BBQ mit zwei Sorten Rind
Charly saß in der Küche und mühte sich, seinen in die Jahre gekommene Mixer mittels Hammer, Meißel und Kaugummi wieder fit zu machen. Er lag geöffnet vor ihm, während ihm sein Freund Maik keinerlei Tipps gab, was er tun oder bleiben lassen sollte.
„Soll ich den grünen und den roten Draht verbinden?“, fragte Charly.
Maik zuckte mit den Schultern und biss in einen in Zucker gewälzten Butterblock, den er mit einer Gabel aufgespießt hatte.
„Oder besser den grünen mit dem blauen?“
„Da ist kein blauer“, sagte Maik, trank einen Schluck Berliner Kindl und griff in den geöffneten Mixer. „Das ist ein Tamponfaden“, konnte er gerade noch sagen, bevor er binnen einer Millisekunde völlig dehydrierte und ein völlig unerwarteter Riss im Raum-Zeit-Kontinuum Charly fortriss in eine weit, weit in der Zukunft liegende Zeit.

Samstag, 5. Juli 2014

Thank God it's Friday

Der Wecker klingelt. Ein letztes Mal in dieser Woche. Endlich Freitag. Die Woche war schließlich auch anstrengend genug. Jeden Abend nach der Arbeit liege ich sofort erschöpft auf der Couch. Aber immerhin erfülle ich immer mein Pensum. Ich kann stolz auf mich sein. Ich stehe auf, mache mir einen Kaffee und eile mit einem Croissant im linken und einer Zigarette im rechten Mundwinkel zur Bahn. Mehr Zeit war nicht, denn es war leider nicht das erste Klingeln, mit dem ich erwacht war. Das ist es nie. Na ja, bei dem Arbeitspensum.

Ich komme am Bahnhof in der Minute an, als die Bahn gerade einfährt. Mein Auto schließe ich eilends ab, renne zum Bahnsteig und schaffe es geradeso, die Hand zwischen die schließende Tür zu bekommen. Ich nehme mir den letzten freien Sitzplatz. Mir gegenüber sitzt ein Mann, dem die sich ankündigende Sommerhitze des Tages schon jetzt zu schaffen macht. Er liest in der Zeitung von gestern. Wäre ich geistig so desolat und körperlich so schlecht in Form, könnte ich mein Arbeitspensum nie erfüllen. Der Herr bräuchte sicher auch die Mittagspause, die ich mir stets vergönne. Ich erfülle mein Pensum immer. Ich kann stolz auf mich sein. Beinahe verpasse ich es auszusteigen. Gerade so bekomme ich die Hand zwischen die sich schließende Tür.